Was ist Impact Investing?

Was ist Impact Investing?

Impact Investing bedeutet so viel wie Investieren mit einer direkten Nachhaltigkeitswirkung und bezeichnet Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds, die neben einer positiven finanziellen Rendite auch messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft erzielen sollen. Die soziale beziehungsweise ökologische Wirkung ist Teil der Investmentstrategie und wird genauso gemessen wie der wirtschaftliche Ertrag. Damit unterscheidet sich Impact Investing sowohl von klassischen, rein renditegetriebenen Anlagen als auch von Spenden – Impact Investing schließt die Lücke zwischen renditeorientierten Investitionen und Spenden für soziale Zwecke! Durch die Erfüllung strenger Impact-Kriterien wird ein Geschäftsmodell robuster, zukunftsträchtiger und auf längere Sicht erfolgreicher und profitabler. Impact Investing wird eine zentrale Bedeutung zugemessen, eine bestimmte Wirkungsorientierung zu erreichen, die in einem hohen Verantwortungsbewusstsein als Investor begründet liegen. Das bedeutet, dass Wirkungsorientierung a priori ein Ziel dieser finanzstärkeren Anleger ist und sich nicht ausschließlich a posteriori aus bestimmten Erkenntnissen des Marktes ableitet, die beispielsweise reputations- oder ertragsbedingt sind.

Wie hat sich das Impact Investing entwickelt?

Es heißt, dass die Rockefeller-Stiftung den Begriff des Impact Investing vor mehr als zehn Jahren in den USA geprägt haben soll. Das Engagement zwischen Spende und Renditemaximierung bezieht sich dabei vor allem auf die von den Vereinten Nationen festgeschriebenen Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten „Sustainable Development Goals“ (SDG). Dazu zählen beispielsweise die Bekämpfung von Armut, gute Bildung, sauberes Wasser, bezahlbare und saubere Energie und Klimaschutz. Der offizielle deutsche Titel lautet „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Institutionelle Investoren, insbesondere nordamerikanische und europäische Entwicklungsfinanzierungsinstitute, Pensionsfonds und Stiftungen, haben eine führende Rolle bei der Entwicklung von Impact Investments gespielt.

Impact Investing heißt, mit seiner Anlageentscheidung Nachhaltigkeit zu verursachen.  

Peter Jäderberg

Gründer und Geschäftsführer, Jäderberg & Cie.

Wie unterscheidet sich Impact Investing von Nachhaltigkeitsstandards?

Echte wirkungsorientierte Investments heben sich von originär nachhaltigen Geldanlagen deutlich ab. Während nachhaltige Geldanlagen sich auf die Erfüllung der sogenannten ESG-Kriterien („Environmental, Social, Governance“) konzentrieren und Unternehmen als Investmentziele nach diesen Standards auswählen, geht es beim Impact Investing darum, möglichst unmittelbar positive und sichtbare soziale oder ökologische Wirkungen zu erzielen. Das geht regelmäßig über die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien hinaus. Das bedeutet: Wirkungsorientierte Investitionen fließen beispielsweise in Start-up-Unternehmen, die gesellschaftliche Probleme mit unternehmerischen Mitteln angehen. „Socially Responsible Investment“ (SRI) wiederum bezeichnen gesellschaftlich verantwortliche Kapitalanlagen. Darunter fallen vor allem strenge nachhaltige Geldanlagen, aber auch Investments, bei denen nur einzelne umstrittene Branchen ausgeschlossen sind. Der entscheidende Unterschied zwischen Impact Investing und Social Responsible Investing sind die explizite Festlegung von Wirkungszielen und die Messung der Wirkung des Investments.

Wie können Investoren mit Impact Geld anlegen?

Typischerweise erfolgt Impact Investing durch Private Equity oder Direktbeteiligung an Nachhaltigkeitsprojekten, auch in Form von Darlehen. Entwickelt wurde und gelebt wird dieser Ansatz von zumeist sehr vermögenden Privatpersonen und Familien. Mit Aktien, Fonds oder ETFS ist dies zumeist nicht möglich. Das hat auch das CSP-Institut der Universität Zürich akademisch nachgewiesen: Mit einer Investition über die Börse macht man die Welt nicht nachhaltiger, zumindest nicht direkt. Trotz allem gibt es massenhaft Fonds und Anlagestrategien des Kapitalmarktes, die sich mit den Etiketten ESG, Sustainability oder gar Impact schmücken, aber ihr suggeriertes Ziel nie und nimmer bewirken können. Dieser Gefahr des Greenwashing – also dem Vorgaukeln von Nachhaltigkeit – tritt das Impact Investing entgegen und markiert den disruptiven Unterschied zwischen dem Greenwashing und echter Nachhaltigkeitswirkung.

Wie funktioniert die Messbarkeit von Impact Investing-Projekten?

Entscheidend beim Impact Investing ist die Messbarkeit der Wirkungsorientierung. Ohne laufendes Controlling und Reporting ist Impact Investing gerade für professionelle Anleger eine „Black Box“, daher müssen die sozialen und ökologischen Ergebnisse zwingend nachgehalten werden. Somit müssen Impact Investments hinsichtlich ihrer sozialen/ökologischen zusätzlich zu der wirtschaftlichen Rendite kontrolliert, ausgewertet und beurteilt werden. Erfüllen sie tatsächlich den angestrebten Zweck und nach welchen Kriterien und Maßzahlen lässt sich dieser messen? Dafür eignen sich Tools, Indikatoren und Standards wie Impact Reporting and Investment Standards (IRIS), United Nations Sustainable Development Goals (SDGs), Principles for Responsible Investment (PRI) und zahlreiche weitere. Das bedeutet: Die Informationstiefe beim Impact Investing ist wesentlicher höher als bei (standardisierten) Nachhaltigkeitskonzepten, weil die Wirkungsorientierung nicht auf einzelne „nachhaltige“ Merkmale zugespitzt werden kann.